Rolex - sein Leiden für den Standard
Vorweg: Ich liebe meinen kleinen Retter "Rolex". Er hat mich gelehrt, erwachsen zu werden. Er hat mich geheilt von Panikattacken - durch seine Gelassenheit in Allem. Er ist meine Sonne an hellen und dunklen Tagen. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht spüre, wie tief er sich in mein Herz vergraben hat. "Rolex" ist das Gold auf meiner Seele, egal wie lange er noch unter den Lebenden sein darf.

Denn "Rolex" wäre bereits Mopsgeschichte, wenn nicht ein paar Chirurgen meinen qualgezüchteten Mops wieder lebensfähig operiert hätten. "Rolex" wäre jämmerlich erstickt, wie viele andere Möpse, die einen qualvollen Erstickungstod erleiden mussten, nur weil sie einem Champion-Standard entsprechen sollten.

Im Alter von 3 Jahren wurde "Rolex" immer lethargischer und bekam seine ersten Erstickungsanfälle. Ich merkte schnell, dass er sich immer wieder entkrampfte, wenn ich ihn in solchen panischen Situationen ablenkte. In anderen Momenten beobachtete ich immer wieder, wie er versuchte, Luft in seinen Körper zu saugen - vergeblich. Nach ein paar Versuchen riss es ihn dann aus dem Schlaf wie aus einem Alptraum und er schnappte panisch nach Luft. Eine Zeitlang schlief er nur noch im Sitzen ein, weil er dann besser atmen konnte. So wurde selbst Schlafen zu einem Problem für den kleinen Kämpfer in seinem "zuchtgeschändeten" Körper. Aber "Rolex" hielt durch und entwickelte eine Routine mit sonderbaren Hilfsmitteln. Er schlief fortan, intelligent wie er ist, mit einem kleinen Stofflöwen im Maul, damit er so durch den Mund weiteratmen konnte. Er unterdrückte seinen Bewegungsdrang und ließ sich kaum noch in den Arm nehmen, weil er sich sonst noch beklemmter fühlte in seiner Atemnot. Im Sommer 2004 wurde "Rolex" durch die "Popstars casting Show" zu einem vergötterten teenie Hundestar und ist heute der wohl berühmteste Mops Deutschlands. Auf der Strasse rufen die Menschen ihm hinterher und streicheln sein "wauwauego". Alle lieben "Rolex", nur keiner wusste, wie sehr er mit seinem Leben kämpfen musste, weil Zucht-Halbgötter die Verstümmelung einer Rasse zum Ideal erklärten. Während "Rolex" zum ersten Mal am Gaumensegel operiert wurde, nachdem die Erstickungskrämpfe nicht mehr aufhören wollten, wurde mir klar, dass ich für die Fehlentwicklung dieser Rasse paradoxerweise auch noch Werbung mache. Ich habe ihn durch seine "auf Schritt und Tritt folgende" Art zum TV-Mops gemacht. (Ein Mops will halt dabei sein.) Immer wieder erhalte ich Briefe von frischgebackenen Mopsbesitzern, die sich wegen "Rolex" einen eigenen Mops gekauft haben. Verständlich, denn "Rolex" ist ein wunderschöner Mops und ein großer Held unter den Hunden. Doch eine ausgeprägtere Nase würde ihn nur noch schöner und vor Allem gesünder machen. Ich surfte im Internet und fand erregte Mopszüchter wie empörte Qualzuchtvereine, die sich über einen Mopsclub aufregten, der genau dieses Wunder vollbringt. Einen gesunden Mops ohne schwerwiegende Atemprobleme zu züchten. Mit einer Nase, die zum Atmen taugt. Mit einem Rachen, der nicht zu eng ist, und mit offenen Nasenlöchern. Ein Kunststück nach ca. 40 Jahren Fehlzucht - aber die einzige Chance eine so sonderbare Rasse zu retten. "Revolutionäre" werden immer angezweifelt am Anfang einer Mission. Aber ich stellte schnell fest, als ich mit dem mittlerweile etablierten Verein Kontakt aufnahm, dass es hier nicht um Geschäft, sondern einzig allein um Liebe zur einzigartigen Mopsseele geht. Jeder, der diesen offiziellen Verein noch anzweifelt oder gar bedroht, weil dieser die für den Mops gefährlich gewordenen Championideale aus der Bahn wirft, dem sei gesagt: Stellt Euch nur für eine Nacht ein Leben in dem Körper eines krankgezüchteten Mopses vor, in dem ihr um jeden Atemzug ringt wie ein angeschlagener Boxer am Boden, bis das Blut aus den Augen quillt!

Gerade hat "Rolex" seine zweite Operation überstanden. Er drohte zu erblinden wegen seines Rolllids. Seine Nasenlöcher wurden dazu noch erweitert. Erstickungsanfälle bleiben trotz allem auch in Zukunft für den tapferen Helden nicht aus, weil seine Luftröhre unoperierbar und zu eng gezüchtet ist. Manchmal wünsche ich mir, dass ein Mops sich wehren könnte. In hundertfacher Größe und mit der menschlichen Sprache ausgestattet. Der MPRV ist die einzige Chance für einen gesunden Mops. Das ist meine felsenfeste Überzeugung. Denn jeder Hund hat das Recht auf auf einen gesunden Körper und eine Schnauze!!! Ich bin mittlerweile diesem Verein beigetreten, und werde nicht leiser werden, wenn es darum geht, der Qualzucht den Kampf anzusagen. "Rolex" bekommt jetzt, mit 6 Jahren, eine gesunde Mops Lebenspartnerin namens "Choko" aus dem MPRV an seine Seite. Als Belohnung für seinen langen Leidensweg, der nun hoffentlich ein Ende nimmt, damit "Rolex" in Zukunft mit "Choko" zusammen ein normales, unbeschwertes Hundeleben führen kann.

"Rolex" wird sich nicht unterkriegen lassen, denn er hängt an seinem Leben - wie ich an ihm.

Liebe Grüsse vom Planet der Möpse
Lukas Hilbert

Herzen
  • Lukas Hilbert und Mops Rolex
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